"Die deutsche Sprache ist an sich reich, aber in der deutschen Konversation gebrauchen wir nur den zehnten Teil dieses Reichtums; faktisch sind wir also spracharm." Heinrich Heine (1797 - 1856)

Arbeitsunfähig und was nun? Wie sichern sich die Deutschen ab?

Der Deutsche liebt es, sich gegen alle potentiellen Gefahren bestmöglich abzusichern. Jedoch sind die Deutschen nur in der Anzahl aller Versicherungen Weltmeister. Wird hingegen die Summe der Ausgaben im Jahr betrachtet, die für alle Versicherungen ausgegeben wird, sieht man schnell, dass andere Länder weit mehr ausgeben. Bei  näherer Betrachtung geben die Nachbarn in den Niederlanden und der Schweiz deutlich mehr Geld für die Altersvorsorge und die Gesundheit aus als die Deutschen.

Da dem Deutschen auch gerne nachgesagt wird, dass er lebt, um zu arbeiten, anstatt zu arbeiten, um zu leben, ist es nur naheliegend, dass die Absicherung im Falle einer Berufsunfähigkeit eine wichtige Rolle für ihn spielt. Ursachen für die Berufsunfähigkeit sind vielfältig und individuell. Die am häufigsten auftretenden Auslöser in Deutschland sind jedoch psychische Erkrankungen, Einschränkungen des Bewegungsapparats und Krebs.  Laut BaFin existieren 569 zugelassenen Versicherungsunternehmen und Pensionsfonds mit Geschäftstätigkeit (Stand 2016).

Es gibt verschiedene Wege, sich gegen den Verlust der Arbeitsfähigkeit abzusichern. Welche Variante wählen die meisten Deutschen?

Die wohl häufigste Versicherung in Deutschland ist die gesetzliche Krankenversicherung. Bei Vollinvalidität zahlt die Krankenversicherung auch eine Erwerbsminderungsrente, sofern keine beruflichen Tätigkeiten mehr ausgeübt werden können. Dieser Fall tritt relativ selten ein und die Erwerbsminderungsrente fällt zusätzlich sehr gering aus. Wer den gewohnten Lebensstandard trotz Berufsunfähigkeit halten will, sollte nach Expertenmeinung privat vorsorgen. Zurzeit sind in Deutschland ca. 52,6 Millionen gesetzlich Versicherte (Stand 2016). 

Eine private Absicherung wäre in diesem Fall beispielsweise die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sobald der Beruf länger als ein halbes Jahr nicht mehr ausgeübt werden kann, springt  die Versicherung ein.  Auf www.bu-versicherung-test.de finden Sie eine interessante Auflistung  der  Berufe mit den höchsten Berufsunfähigkeitsquoten. Das ist interessant, weil Risikoberufe mit höheren monatlichen Beiträgen zur Berufsunfähigkeitsversicherung zu Buche schlagen als risikoärmere Bürojobs.  Circa 13 Millionen Personen in Deutschland haben im Jahre 2014 eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen.

Eine Alternative stellt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung dar. Sie sichert den Versicherten allerdings ausschließlich für den Fall ab, dass gar nicht mehr gearbeitet werden kann. Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind die Aufnahmebestimmungen weniger streng und es ist keine Gesundheitsprüfung notwendig.

Eine andere Möglichkeit ist die Dread-Disease-Versicherung. Sie versichert ausschließlich einzelne medizinisch definierte Krankheiten, die beim Abschluss der Versicherung angegeben werden müssen. Tritt eine der definierten Krankheiten ein und kann infolge der Beruf nicht mehr ausgeübt werden, greift die Dread-Disease-Versicherung. Sie wurde um 1983 in Südafrika von dem  Herzchirurgen  Marius Bernard entwickelt und erst 10 Jahre später in Deutschland eingeführt.  In den vergangenen fünf Jahren wurden mehr als 130.000 Policen abgeschlossen.

Bei Vorerkrankungen und in gefährlichen Berufen ist es schwer, eine Versicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit  abzuschließen. Für solche Härtefälle wurde unter anderem auch die Multi-Risk-Versicherung entwickelt.
In der Regel besteht eine solche Versicherung aus drei Bausteinen.  Absicherung  der Grundfähigkeiten ( Sehen und Hören, Gebrauch der Hände), schwerer Krankheiten (Herzinfarkt, Krebs, Schlaganfall oder Multiple Sklerose) und als letztes die Absicherung gegen den Pflegefall.